Content ist King, Rezeption ist King-Kong
Das Geld steckt im Gerät – Wie über verbesserte Rezeptionsgeräte mit Inhalten Geld verdient werden kann. Oder: der iPod jetzt auch als Buch.
Neue Hoffnung keimt in den Medienhäusern. Ein oft gewünschter Wunsch soll jetzt doch noch Wirklichkeit werden. Paid Content kommt - vielleicht. Interessant dabei: nicht eine Veränderung der Inhalte oder neue Ideen der Verlagshäuser sind der Grund für den Optimismus. Ein neues Endgerät sorgt für den aktuellen Silberstreifen am dunklen Horizont der Verlagsbranche. Amazons mobiles Lesegrät Kindle Version 2 soll heute in den USA präsentiert werden.
Mit ihm, so die Hoffnung, werde sich auch die Bereitschaft durchsetzen, für die lesbaren Inhalte zu bezahlen, wie Alexander Becker für meedia.de schreibt.
Die Gerüchtelage scheint klar: Am heutigen Montag soll Amazon-Chef Jeff Bezos in New York die zweite Generation seines elektronischen Lesegerätes Kindle vorstellen. Der Vorgänger war bereits ein großer Erfolg, und nach dem Google in der vergangene Woche auch noch seine Booksearch-Funktion für das iPhone ausbaute, glauben nicht wenige Beobachter, dass die neuen E-Reader nichts geringeres, als die Rettung der schrumpfenden Print-Industrie sind.
Das iPhone und die E-Reader von Google und Sony sollen also durchsetzen, was die Inhalte allein bisher nicht geschafft haben. Rezeption wird kostenpflichtig. Content über die Ausgabegeräte zu finanzieren, das kennt man in Detschland seit Jahrzehnten. Die GEZ ist dafür zuständig und berechnet die Rundfunkgebühren immer noch pro Gerät.
Nun also der Versuch, die flüchtigen Inhalten von liquid media wieder einzufangen und über die Nutzung der Lese-Geräte zu finanzieren. Das ist gut und nachvolziehbar. Kinogänger bezahlen ja auch nicht den Film, sie zahlen für die Karte. Content ist King, aber Rezeption ist King-Kong. Für verbesserte Rezeptionsmöglichkeiten geben Menschen gerne Geld aus. Mit dem iPhone kann man eben auch beim Frühstücken online Zeitung lesen, ohne dass der Laptop den Tisch blockiert. Und fürs Öko-Gewissen sorgen die E-Reader auch noch, wie der Guardian schreibt. (Dank an den turi2 newsletter für diesen Hinweis).
Den Medienäusern geht dabei natürlich ein Teil ihrer Wertschöpfung verloren. Es ist einfach billiger ist, den Kindle aufzuladen als eine Zeitung zu drucken und zu verteilen. Aber das hat ja Richard Kämmerlings in der F.A.Z. schon sehr schön auf den Punkt gebracht. Papier ist das Vinyl von Übermorgen. Und Übermorgen, das ist in 48 Stunden, höchstens.











Sinnstiftung durch gegenseitige Inspiration. Marino Degano zeichnet nach, wie die vier Evangelien entstanden.
[...] Content is King, Rezeption ist King Kong. [...]
[...] “Das Geld steckt im Gerät” hieß es vor ein paar Wochen auf diesem Blog. Es ging um die Monetariserung von Content über neue Endgeräte. Und Apples tablet-reader, für das erste oder zweite Quartal 2010 erwartet, soll jetzt gleich die gesamte Printbranche retten. US-Verleger, so hört man, seien in enger Abstimmung mit Apple. In Europa wäre man auch gerne dabei sein, aber noch herrscht die typische Mischung aus Geheimnisskrämerei und Gerüchteküche. [...]