Fragen über Fragen. Und jetzt auch Antworten. Neue Suchmaschinen, Teil 3: hunch.com

Hunch.com ist da, Wolfram|Alpha startet am kommenden Montag und eyeplorer ist gerade für den Deutschen Multimedia Award nominiert worden. Drei neue Suchmaschinen mit unterschiedlichen Ansätzen aber dem gemeinsamen Ziel, das Suchen und Finden im Internet menschlicher wirken zu lassen. Und jetzt hat Twitter auch noch angekündigt, TwitterSearch werde in Zukunft nicht nur Twitter in Echtzeit, sondern auch das ganze Internet in Realtime durchsuchen.

Bei allen geht es darum, Information in Inspiration zu verwandeln. In dieser kleinen Serie wollen wir beschreiben, was diese aktuellen Versuche, dem semantischen Netz näher zu kommen, für  den eCommerce-bedeuten könnten. Denn Shopping ist ja eine ganz besondere Form von “Suchen und Finden”. Nach eyeplorer und wolfram|alpha folgt heute hunch.com.

Hunch liefert Antworten –  indem ständig Fragen gestellt werden. bild-5Alle Nutzer werden aufgefordert einen nie endenden Fragenkatalog zu beantworten. Where have you spent the most time in the past 12 months? Oder: Do you think science has generally made the world a better place? Und: What color are your eyes? Darüberhinaus wird  man aufgefordert, selbst Fragen UND die dazu gehörigen Antworten einzugeben. Meine erste Frage: Which Movie should I watch, when i’m drunk? Meine Antwort (und deine) auf hunch.com.

Hunch sammelt die Antworten aller und legt gleichzeitig individuelle Persönlichkeitsskizzen der einzelnen Nutzer an. So wird hunch immer genauer, weil es immer mehr weiß: Über jeden einzelnen, über alle zusammen und über die Zusammenhänge. Anders gesagt: Hunch sammelt Erfahrungen.

Durch die vielen Antworten und die im Hintergrund zwischen diesen einzelnen Antworten registrierten Beziehungen entsteht ein Wissensgeflecht, das dem Prinzip des menschlichen Denkens ähnlich sein soll. Dabei beantwortet Hunch keine frei formulierten, individuellen Fragen, sondern liefert meine persönliche Antwort auf eine auch von anderen bereits gestellte Frage. Nach der erste Frage folgen weitere, die das Thema eingrenzen und nach Hinweisen suchen, die dann zu einer persönlich relevanten Antwort führen. Ein populäres Prinzip, wie die aktuellen Facebook-Umfragen zeigen.

Hunch funktioniert wie eine universelle Entscheidungshilfe, die der Erkenntnis folgt, dass nicht die Frage individuell ist, sondern die Antwort es sein sollte. Und das ist sehr menschlich gedacht. Denn wir alle haben die gleichen Fragen. Was uns unterscheidet, sind die Antworten. bild-6

Auch beim Shoppen werden jeden Tag millionenfach die gleichen Fragen gestellt: “Welches Parfum zu welchem Anlass?”, “Welches Shampoo brauche ich wirklich?” und “Welche Schuhe soll ich kaufen?”

Die Antwort, die wir kaufen, soll dann natürlich besonders individuell ausfallen. Individueller jedenfalls als der Maschinen generierte Hinweis: “Tausend Frauen, die diese Schuhe gekauft haben, haben auch diese Söckchen gekauft”.

Als Anwendung für eine shopping-site wirkt hunch.com noch zu komplex. Aber es zeigt, in welche Richtung sich die Gleichung “Suchen und Finden = Shopping” entwickeln kann. Denn Fragen stellen und Erfahrungen sammeln  – das hat im Verkaufsgespräch noch nie geschadet.

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