“Bing” as in Shopping. Warum Microsofts neue Suche bing heißt.

4. June 2009 von marc
Demokratie, Inspiration, Konsum, Uncategorized 

Warum Bing Bing heißt und was das mit Steve Ballmers Musikgeschmack zu tun hat.

Shoppen, so haben wir in unseren Beiträgen über die neuen Suchmaschinen hunch.com, eyeplorer und wolfram|alpha geschrieben, ist auch nur eine spezifische Form von Suchen und Finden. Für Microsofts neue Suchmaschine scheint dieser Aspekt in der Entwicklung der wichtigste gewesen zu sein. Und was von manchen als Einschränkung kritisiert wird, ist vielmehr die sinnvolle Beschränkung aufs wesentliche.

Das Unternehmen selbst teilte vorsorglich mit, man habe Bing vorerst für vier Bereiche optimiert: Kaufentscheidungen, Reise, Gesundheit und lokale Unternehmen.

Auch ohne empirische Daten kann man vermuten, dass mit diesen vier Bereichen so ungefähr 90% der alltäglichen Gesprächsthemen abgedeckt sind. Zumindest wenn man Fußball mal außen vor lässt und sich auf die shoppenden Frauen als Zielgruppe konzentriert. Kaufentscheidungen sind ganz offensichtlich die wichtigsten Entscheidungen, bei denen Microsofts “decision engine” helfen will. Für den deutschen Markt hatte man sich da schon letztes Jahr entsprechend vorbereitet:

Ein spezielles Feature des deutschen “Bing” werden integrierte Ergebnisse von Ciao.de sein; die Preisvergleichs- und Einkaufsseite hatte Microsoft 2008 übernommen.

Das Konzept ist eindeutig. Shopping mit Bing. Jede Suche ist immer der Anfang eines Kaufaktes. “Gefunden” nur die Vorstufe von “gezahlt”. Mit Bing will Microsoft richtig machen, was bei Live Search zum peinlichen Flop wurde.

Einen veritablen Offenbarungseid leistete Microsoft im vergangenen Jahr, als es Surfern, die via Live Search Produkte finden und kaufen würden, Geld für die Nutzung der Suchmaschine versprach.

Bing ist der Versuch, eine Suchmaschine auf das zu auszurichten, was auch google für die meisten Nutzer jetzt schon ist. Der eher nüchterne Beginn des online-shopping-Bummels. Bing nimmt die Suchende stärker an die Hand, führt sie und ihn dank strukturiert aufbereiteter Suchergebnisse mit sanftem Druck zum gewünscht Produkt Ergebnis. Hier geht es – zumindest in Zukunft –  nicht mehr darum, die unendlichen Weiten des Internets in leicht lesbare Rankings zu verwandeln. Hier entsteht das Interface eines globalen Shopping-Centers.

Und die Begeisterung der ersten Nutzer, die vor allem die Bildersuche loben, zeigt, dass Microsoft auch weiß, die Zukunft des eCommerce wird visueller, weiblicher und emotionaler sein. Oder anders gesagt: inspirativer.

Sollte ausgerechnet eine Micorsoft-Suchmaschine beim Shopping die bessere Inspiration bieten als die Social Commerce Plattformen, die gerade entstehen? Mal schauen.

Wo Microsoft die Inspiration für den Namen gefunden hat, kann man übrigens hier sehen.

Und mehr zu Steve Ballmers Musikgeschmack gibt’s hier:

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