Unter Freunden - das Private, das Öffentliche und das Juristische. Noch ein Nachtrag.

Wie benehme ich mich unter Freunden, wenn die gar keine Freunde sind?

Als Antwort auf diese in sozial vernetzten Zeiten immer dringlicher werdende Frage stellt meedia.de 10 REGELN FÜR DEN UMGANG MIT DEN GESCHWÄTZIGEN NETZWERKEN auf. Überschrift “Job & Social Networks: Die größten Fallen”. Was darf ich, was darf ich nicht? Und vor allem, was habe ich zu befürchten, wenn ich es doch tue?

Im Kern geht es bei allen Überlegungen dieser Art um die Folgen totaler, freiwilliger Transparenz in einer Welt in der das Öffentliche und das Private, die Arbeit und die Freizeit, das Büro und das Zuhause ineinander übergehen und ununterscheidbar werden. Beitrag lesen

“Bing” as in Shopping. Warum Microsofts neue Suche bing heißt.

Warum Bing Bing heißt und was das mit Steve Ballmers Musikgeschmack zu tun hat.

Shoppen, so haben wir in unseren Beiträgen über die neuen Suchmaschinen hunch.com, eyeplorer und wolfram|alpha geschrieben, ist auch nur eine spezifische Form von Suchen und Finden. Für Microsofts neue Suchmaschine scheint dieser Aspekt in der Entwicklung der wichtigste gewesen zu sein. Und was von manchen als Einschränkung kritisiert wird, ist vielmehr die sinnvolle Beschränkung aufs wesentliche.

Das Unternehmen selbst teilte vorsorglich mit, man habe Bing vorerst für vier Bereiche optimiert: Kaufentscheidungen, Reise, Gesundheit und lokale Unternehmen.

Auch ohne empirische Daten kann man vermuten, dass mit diesen vier Bereichen so ungefähr 90% der alltäglichen Gesprächsthemen abgedeckt sind. Zumindest wenn man Fußball mal außen vor lässt und sich auf die shoppenden Frauen als Zielgruppe konzentriert. Kaufentscheidungen sind ganz offensichtlich die wichtigsten Entscheidungen, Beitrag lesen

Fragen über Fragen. Und jetzt auch Antworten. Neue Suchmaschinen, Teil 3: hunch.com

Hunch.com ist da, Wolfram|Alpha startet am kommenden Montag und eyeplorer ist gerade für den Deutschen Multimedia Award nominiert worden. Drei neue Suchmaschinen mit unterschiedlichen Ansätzen aber dem gemeinsamen Ziel, das Suchen und Finden im Internet menschlicher wirken zu lassen. Und jetzt hat Twitter auch noch angekündigt, TwitterSearch werde in Zukunft nicht nur Twitter in Echtzeit, sondern auch das ganze Internet in Realtime durchsuchen.

Bei allen geht es darum, Information in Inspiration zu verwandeln. In dieser kleinen Serie wollen wir beschreiben, was diese aktuellen Versuche, dem semantischen Netz näher zu kommen, für  den eCommerce-bedeuten könnten. Denn Shopping ist ja eine ganz besondere Form von “Suchen und Finden”. Nach eyeplorer und wolfram|alpha folgt heute hunch.com.

Hunch liefert Antworten –  indem ständig Fragen gestellt werden. bild-5 Beitrag lesen

Du bist Herausgeber - Facebooks neue Startseite

Noch ist sie nicht online, aber sie wird schon intensiv diskutiert. Aber was genau beginnt mit der neuen Facebook Startseite?

Die neue Startseite zeigt, dass Facebook sich zum paradigmatischen Medium der Inspirationsgesellschaft entwickelt. Hier läuft zusammen, was im Mitmach-Netz laufen soll. Beitrag lesen

Vorsicht, autonome Konsumenten schlagen zu!

Der mitdenkende Konsument als Bedrohung: das Hamburger Abendblatt schreibt über Menschen, die am Hoteltresen Rabatte erpressen, indem sie mit schlechten Online-Bewertungen drohen.

München - Das Doppelzimmer sollte 149 Euro kosten. “Wir zahlen maximal 100 - sonst gibt es eine miese Kritik im Internet”, drohten zwei Touristen ganz unverblümt an der Rezeption des A&O-Hotels in München. Oliver Winter, Chef der Hotelkette aus Berlin, ist über dieses Vorgehen empört.

Zurecht, denn das geht ja nun wirklich nicht. Das ist unfair, das macht man nicht. Doch diese berechtigte Kritik Beitrag lesen

Customer Participation Management, CParM - Marketing in der Inspirationsgesellschaft

11. January 2009
CParM, Demokratie, Konsum
3 Kommentare 

Wenn Marx schon vom deutschen Finanzminister zitiert wird, dann auch von uns: Ein Gespenst geht um in der Shopping Mall: Der mitmachende, mitdenkende und mitentscheidende Konsument ist da. Das Mitmach-Internet hat den Einflussbereich der Käufer weit vor die Kassenzone verlegt. Bewerten, Empfehlen, Kommentieren, Verändern und Kombinieren - diese in sozialen Netzwerken und Verbraucher-Foren geübten Verhaltensweisen werden auch das offline-shopping verändern. Warum sollte ich im Einkaufszentrum etwas kaufen, von dem mir online abgeraten wurde?

Der Prosumer wird zur relevanten Größe im Marketing. Er - und in Zukunft vor allem: sie - entscheidet nicht erst im virtuellen oder realen Warenkorb über den Erfolg von Produkten und Dienstleistungen. Der informierte Konsument wird zum allgegenwärtigen Vertriebspartner. Gewollt oder ungewollt - man wird ihn Ernst nehmen müssen.
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Die IG-Metall entdeckt die Inspirationsgesellschaft…

… nennt es aber nicht so. Die klassisch linksherum formulierte Headline (Print-Ausgabe) im taz-Beitrag von IG.Metall Vorstand Ulrich Klotz verspricht viel: Die Entmündigten lernen, kreativ zu sein.

Klotz schreibt über die Veränderungen dessen, “was wir Arbeit nennen”  durch die kooperativen Formen, die das Internet ermöglicht.

Durch das “Web2.0″ kommt nun eine neue Dynamik in diese Entwicklung. Mit Hilfe von “social Software” kann jeder User sein Wissen mit anderen teilen. Mitmach-Plattformen wie “MySpace” (250 Millionen Mitglieder) “Facebook”, “YouTube”, “StudiVZ” oder “Flickr” ziehen mitunter binnen weniger Tage mehr neue Mitglieder an als viele Parteien oder Gewerkschaften überhaupt haben. Die zuvor nur passiv genutzten Formen des World-Wide-Web waren lediglich Umformungen altbekannter Massenmedien wie Buch und Rundfunk plus Briefverkehr und Telefon via Computer.

Richtig erkannt und richtig beschrieben. Und Leser mit Gefühl für die historischen Dimensionen freuen sich über den impliziten Bezug auf Bertolt Brechts Radiotheorie:

Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.

Klotz erläutert am Beispiel der Software-Entwicklung kooperative Arbeitsmöglichkeiten, in denen er das Ende von Taylorismus und Arbeitsteilung sieht. Auch die hierarchische Organisation von Arbeit werde überwunden.

Bürokratische Hierarchien, die auf Angst und Einschüchterung basieren, rufen heute bei den “Net-Kids” nur noch Kopfschütteln hervor. Ob sich jemand “YX-Leiter” nennt oder ein größeres Büro hat, interessiert im Internet niemanden. Dort zählt nur die Qualität der Ideen und die tatsächliche Leistung — und das ist auch gut so.

Open-Source-ähnliche Arbeitsformen werden sich ausbreiten, weil sie vor allem im Hinblick auf Kreativität und Innovationen der industriellen Planstellenorganisation haushoch überlegen sind. 

Kreativität als Motor der gesellschaftlichen Veränderungen und Innovationen, die im vernetzten Miteinander entstehen, so sieht für Ulrich Klotz die Zukunft der Arbeit aus. Er beschreibt die Inspirationsgesellschaft, ohne sie so zu nennen, als eine Gesellschaft, in der immer mehr in den globalen Weinbergen der Informationen arbeiten, um wertvolle Inspirationen zu keltern.

Ob das Web 2.0 die Menschen tatsächlich von hierarchischen Arbeitsstrukturen befreit und demotivierende Jobs dadurch verschwinden, dass man zuhause statt im Büro arbeitet, ist dabei noch offen, zumindest aber eine motivierende These. Beruhigend, dass auch die IG Metall am Anfang der Zukunft angekommen ist.